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Nachhaltigkeit bis in die Lieferkette hinein Was steckt hinter Scope 1, 2 und 3?

Von lic.rer.publ. Ariane Rüdiger 3 min Lesedauer

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Immer mehr Unternehmen berichten über ihren Ausstoß an klimawirksamen Gasen. Doch dabei müssen sie angeben, auf welchen Bereich sich ihr Bericht bezieht -. auf Scope 1, 2 oder 3.

Die Berechnung der Scopes 1, 2 und 3 erfordert sorgfältiges Rechnen und die EInhaltung von Regeln. (Bild:  Pixabay/Kris /  Pixabay)
Die Berechnung der Scopes 1, 2 und 3 erfordert sorgfältiges Rechnen und die EInhaltung von Regeln.
(Bild: Pixabay/Kris / Pixabay)

Die Berichterstattung über die Klimagas-Emissionen, heute noch eher Goodwill als notwendig, werden wohl bald auch für Rechenzentren weit mehr sein als nur ein höfliches Eingehen auf die Wünsche von Kunden, Mitarbeitern oder Finanzanlegern. Vielmehr entwickelt sich die entsprechende Berichterstattung zu einer Pflichtaufgabe, beispielsweise, um tatsächlich nachzuweisen, ob und wie sehr sich das Unternehmen auf dem Weg zur Klimaneutralität befindet.

Diese ist spätestens seit dem Pariser Übereinkommen, die Klima-Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, ein verbindliches politisches Ziel. In Europa wird es über den 'Green New Deal' umgesetzt.

Aber in Zukunft werden Unternehmen und auch Rechenzentren entsprechende Berechnungen auch aus finanziellen Gründen brauchen. Nämlich um genau auszurechnen, wie viele Zertifikate man kaufen muss, um die eigenen klimatischen Gesamtauswirkungen auszugleichen.

Wozu überhaupt Scopes?

Damit Vergleiche zwischen dem Klimagasausstoß unterschiedlicher Unternehmen überhaupt möglich sind, braucht man einen Maßstab zur Vereinheitlichung. Den gibt es in zweifacher Hinsicht.

Erstens werden die Ausstöße anderer klimawirksamer Gase als Kohlendioxid nach bestimmten Regeln in Kohlendioxid umgerechnet, so dass man am Ende bei der Angabe des Ausstoßes von Tonnen Kohlendioxid-Äquivalenten spricht. Zweitens wird definiert, auf welchen Bereich sich der ausgerechnete Ausstoß eigentlich bezieht.

Hier kommen die Scopes ins Spiel. Es gibt Scope 1, 2 und 3. Verwendet werden sie etwa, um den Klimagas-Ausstoß ganzer Firmen (Corporate Carbon Footprint), einzelner Bereiche oder bestimmter Produkte und Services (Product Carbon Footprint) zu ermitteln. Die Scopes werden insbesondere bei der Berechnung des CCF verwendet.

Was steckt in Scope 1?

Gar nicht so einfach ist es, die Scopes 1, 2 und 3 zu berechnen und sauber zueinander abzugrenzen. Dabei klingt die Definition an sich erst einmal recht einfach und übersichtlich. Scope 1 bezieht sich auf Emissionen aus Quellen, die das Unternehmen direkt verantwortet oder kontrolliert.

So setzen sich die Scopes 1, 2 und 3 zusammen: Scope 1 interner Energieverbrauch, Scope 2, Energieverbrauch bei der Erzeugung von extern bezogener Energie, Scope 3: Emissionen entlang der Lieferkette.(Bild:  Greenhouse Gas Protocol)
So setzen sich die Scopes 1, 2 und 3 zusammen: Scope 1 interner Energieverbrauch, Scope 2, Energieverbrauch bei der Erzeugung von extern bezogener Energie, Scope 3: Emissionen entlang der Lieferkette.
(Bild: Greenhouse Gas Protocol)

Beispielsweise die der verwendeten Kühlmittel. Auch der eigene Fuhrpark gehört hierher, obwohl das Rechenzentrum meist mitnichten das dort verbrauchte Benzin selbst erzeugt.

Was steckt in Scope 2?

Scope 2 umfasst die indirekten Emissionen durch extern erzeugte und vom Unternehmen eingekaufte Energie, die von dem Unternehmen verbraucht wird. Dabei kann es sich um Strom, Wärme oder auch Kälte handeln.

Dazu gehört etwa der Strom, der von einem externen Stromprovider ins Rechenzentrum fließt. Für Rechenzentren ist also Scope 2, so lange sie selbst kein Kraftwerk betreiben, sehr wichtig.

Was steckt in Scope 3?

Zu Scope 3 gehören alle indirekten Emissionen entlang der Wertschöpfungskette, und zwar vor und auch nach der Produktion der jeweils erzeugten Güter oder Dienstleistungen. Die Anlagen, die diese Emissionen erzeugen, dürfen nicht der Firma gehören.

Ein Beispiel: Reist der Rechenzentrumsmanager per Lufthansa-Jet zu einem Kunden in die USA, gehört die Emission zu Scope 3, weil das Flugzeug nicht seinem Unternehmen gehört. Reist er dagegen in einem Firmenjet, der wie üblich am Airport betankt wird, gehört die Emission in Scope 1.

Nicht immer sind die einzelnen Scopes gut gegeneinander abgrenzbar. Besonders Scope 3 macht oft Schwierigkeiten, weil oft das detaillierte Wissen über die Kohlendioxid-Emissionen der Vorlieferanten fehlt.

Wer detaillierte Informationen dazu sucht, wie man Scope 3 richtig berechnet, findet hilfreiche Informationen auf den Seiten des Greenhouse Gas Protocol.

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